EkoZet: Die Zukunft der Mobilität

EkoZet: Die Zukunft der Mobilität

Das Energie-Kompetenz-Zentrum Rhein-Erft-Kreis (EkoZet) hat sich auf die Schwerpunkte Energiewende und Energieeffizienz spezialisiert. Kernthemen im Bereich Bauen, Sanieren und Wohnen, Kälte, Sanitär und Mobilität gehören dazu. Inzwischen gibt es jährlich an die 5.000 Nutzzer*innen, die u.a. die vom EkoZet angeboten Seminare, Vorträge und Führungen nutzen, die sich dem Klimawandel und der Energiewende beschäftigen

Am 18. September 2018 dreht sich beim EkoForum alles um das Thema “Zukunft der Mobilität im Rhein-Erft-Kreis“. Dazu sind Experten eingeladen wie der Mobilitätsforscher Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum, Berlin. Dirk Wittowsky vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund.  Hans-Paul Kienzler, Prognos AG und Walter Reinarz (REVG)

Auf den Punkt! EkoZet Projektleiter Rüdiger Warnecke erläutert in dem Interview, warum wir bei der Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum vor besonderen Herausforderungen stehen.
Das Energie Kompetenz Zentrum veranstaltet am 18. September 2018 in Kooperation mit der Energieagentur NRW eine Fachveranstaltung mit dem Titel „Die Zukunft der Mobilität im Rhein-Erft-Kreis und der Region“. Was verbirgt sich dahinter? 

Rüdiger Warnecke: Der Rhein-Erft-Kreis liegt im Westen von Köln. Somit ist die Großstadt unser Oberzentrum und wir leiden stark unter den Verkehrsströmen des Individualverkehrs. Der ÖPNV indes bietet keine ausreichende Alternative: Die Züge sind zu Stoßzeiten brechendvoll und vor den Bahnhöfen sind zu wenige Parkplätze vorhanden für die Menschen, die auf Park & Ride angewiesen sind. Das Zubringernetz zu den Bahnhöfen ist für Nutzer oftmals zeitaufwendig, nicht flächendeckend und daher wenig zufriedenstellend. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung würden eher auf ein Jobticket verzichten, weil für sie der ÖPNV unattraktiv erscheint. Mobilität ist ein Dauerbrenner, der die Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Erft-Kreises negativ belastet.

Wir veranstalten deshalb das EkoForum mit Experten, weil wir uns Lösungen davon versprechen und alle wissen, dass die Strukturen dringend verändert und Hemmnisse abgebaut werden müssen. Wir müssen die Kommunikation verändern, damit die Menschen ihre Unsicherheiten verlieren. Das EkoZet will dazu einen Beitrag leisten und neben der Fachtagung kommen die Bürger zu Wort, weil wir wissen wollen, was ihnen besonders unter den Nägeln brennt und wie wir die Mobilität mit neuen Konzepten verändern können.

Was unterscheidet den ländlichen Raum und welche Mobilitäts-Themen sind im Rhein-Erft-Kreis relevant?

Rüdiger Warnecke: Wir sind ein Flächenkreis mit verdichteten Siedlungsstrukturen, der immer weiter prosperiert. Ein Beispiel: Ich lebe seit 1997 in Rhein-Erft-Kreis. Seitdem ist z.B. die Einwohnerzahl der Stadt Kerpen von 60.890 auf 67.653 gewachsen. Wie in vielen Teilen Deutschlands ziehen Menschen vermehrt in die ländlichen Gebiete, um bezahlbaren Wohnraum zu finden. Im Rhein-Erft-Kreis gibt es außerdem immer neue Gewerbeansiedlungen, weil wir auf der Europastrecke der A4 liegen, die in die Beneluxländer führt und die Logistik prosperiert. Das alles führt zu noch mehr Verkehr. Somit sind mit der Mobilität der Zukunft Fragen verknüpft, die man sich früher im ländlichen Raum nicht stellen musste, aber jetzt Lösungen erfordern.

Welche Ergebnisse erwarten Sie, wo sind Lösungen in Sicht?

Rüdiger Warnecke: Wie in vielen anderen Städten, muss auch Köln durch die Stickoxydwerte mit einem Diesel-Fahrverbot rechnen. Nicht nur deswegen müssen wir den Individualverkehr reduzieren, müssen mehr Bürger umsteigen, auch mal auf das Auto verzichten oder zumindest den Zweitwagen abschaffen oder CO2 neutral bedienen. Das kann aber nur gelingen, wenn das Mobilitätsangebot attraktiver gestaltet ist. Eine Idee für die Zukunft könnte sein, die RWE Bahntrasse nach dem Tagebau weiter zu nutzen, um einen zusätzlichen Schienenverkehr anzubieten, der die Kommunen des Kreises verbindet.

Warum ist die Zukunft der Mobilität eigentlich für das EkoZet ein Thema? 

Rüdiger Warnecke: Wir haben als EkoZet einen Auftrag und wollen auch über Alltagsfragen in den Bereichen Erneuenbare Energien und Energieeffizienz informieren. Der Energieverbrauch ist mit den Fragen des Klimawandels verbunden und deshalb gehört die Mobilität dazu. Mit dem EkoForum haben wir ein Format geschaffen, dass sich den Fragen der Zukunft widmet und bei dem es darum geht, Lösungen für den Kreis zu finden. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn am Ende die Experten und Politiker ein Ergebnis formulieren, über das wir dann mit den Bürgerinnen und Bürgern am 6. November 2018 diskutieren. Wir wollen bewusst die Bürgerinnen und Bürger im zweiten Schritt einbinden, um zu erfahren, welche Wünsche sie haben, was sie bewegt und welche Zukunft sie sich für die Mobilität im Rhein-Erft-Kreis vorstellen. Diese Ergebnisse wollen wir in den politischen Raum zurückspiegeln, damit es die Politik in ihren Beratungen berücksichtigen kann

Fotos: EkoZet

Hier finden Sie die Agenda des EkoForums "Zukunft der Mobilität"
Energie-Kompetenz-Zentrum Rhein-Erft-Kreis GmbH (EkoZet)

Das Energie-Kompetenz-Zentrum des Rhein-Erft-Kreises (EkoZet) ist ein Informationszentrum und ein besonderer außerschulischer Lernort für den Rhein-Erft-Kreis, die gesamte Region und darüber hinaus: Es bietet Seminare, Workshops, Beratung und Austausch u.a. zu den Themen Gebäudetechnologie, Energieversorgung und Energieeffizienz für verschiedene Wissensstufen, Berufsgruppen und Privatpersonen an.

Die besondere Ausstattung des Hauses mit seinen technischen Installationen und den Experimentierstationen ermöglicht praktische Bildungseinheiten unter realen Bedingungen. Kernbereiche sind der Heizungsschauraum und das Modellhaus “Klimakammer”.

Dem Rhein-Erft-Kreis als Hauptgesellschafter des EkoZet und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft als Mitgesellschafter steht damit eine Plattform für die Wissensvermittlung und Kommunikation rund um die Fragen der individuellen, effizienten und unter Einsatz von Erneuerbaren Energien getragenen Energieversorgung, zur Verfügung. Basierend auf einem einstimmigen Beschluss des Kreistags in 2007, wurde das EkoZet in Kooperation von Kreis, Adolf-Kolping-Berufskolleg und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft konzipiert, mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung realisiert und 2012 eröffnet.

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